Wissensbasis · Rechner

Zinseszins

Der stärkste Effekt beim Vermögensaufbau – und du kannst ihn hier direkt ausprobieren.

Einfach erklärt

Der Schneeball

Beim einfachen Zins bekommst du jedes Jahr Zinsen nur auf dein Startgeld. Beim Zinseszins bekommst du Zinsen auf dein Geld und auf die bereits erhaltenen Zinsen. Es ist wie ein Schneeball, der den Hügel hinunterrollt: Er wird von selbst immer größer.

Kleines Beispiel

Du legst 1.000 € zu 5 % an. Nach einem Jahr: 1.050 €. Nach zwei Jahren bekommst du 5 % auf 1.050 € – also 1.102,50 €. Nach 20 Jahren sind es ohne weitere Einzahlung etwa 2.653 €. Der Zinseszins hat 1.653 € für dich verdient, obwohl du nie etwas nachgelegt hast.

Interaktiv

Der Zinseszins-Rechner

Stelle die Regler ein und beobachte, wie sich dein Geld entwickelt. Die grüne Fläche ist dein Gesamtkapital, die blaue Linie das, was du selbst eingezahlt hast – der Abstand dazwischen ist der Zinseszins.

Selbst eingezahlt
Zinseszins-Ertrag
Endkapital nach der Zeit
Merksätze

Was du dir merken solltest

Die 72er-Regel

Teile 72 durch den Zinssatz – das Ergebnis sind die Jahre bis zur Verdopplung. Bei 6 % dauert es also etwa 12 Jahre, bis sich dein Geld verdoppelt.

Zeit schlägt Betrag

Wer früh anfängt, gewinnt fast immer – auch mit kleinen Beträgen. Zehn Jahre Vorsprung können mehr bringen als die doppelte Sparrate.

Wichtig

Der Rechner zeigt eine gleichmäßige Entwicklung. In der Realität schwanken Kurse: Es gibt gute und schlechte Jahre. Die Beispiele hier sind vereinfacht und keine Garantie für Erträge. Historisch lag die durchschnittliche Rendite breiter Aktienmärkte langfristig oft bei etwa 5–7 % pro Jahr – aber ohne Gewähr und mit zwischenzeitlichen Verlusten.

Vertiefung

Für Fortgeschrittene

Die Formel dahinter

Endkapital = Rate × ((1 + i)ⁿ − 1) ÷ i
Dabei ist i der Zinssatz pro Monat (Jahreszins ÷ 12) und n die Anzahl der Monate.

Du musst die Formel nicht auswendig können – aber es hilft zu wissen, dass sie exponentiell ist: Der stärkste Zuwachs passiert ganz am Ende. Deshalb fühlt sich der Anfang oft langsam an – und deshalb lohnt Durchhalten.

Nominal vs. real – die Inflation frisst mit

Wenn dein Geld 5 % Rendite macht und die Inflation 2 % beträgt, bleibt dir real etwa 3 % mehr Kaufkraft. Der Rechner zeigt die nominalen Zahlen – die Inflation rechnest du am besten im Kopf dazu.

Warum Sparpläne so gut zum Zinseszins passen

Wer regelmäßig investiert, kauft automatisch bei hohen Kursen weniger Anteile und bei niedrigen Kursen mehr. Das nennt man Durchschnittskosteneffekt. Kombiniert mit dem Zinseszins ist das der Standard-Weg für Einsteiger – zum Beispiel mit einem breiten ETF-Sparplan.

Deine Aufgabe

Probier es aus

Aufgabe

Vergleiche zwei Szenarien: (1) 25 € pro Monat über 45 Jahre. (2) 100 € pro Monat über 15 Jahre. Notiere beide Endkapital-Zahlen und den Zinseszins-Anteil. Was fällt dir auf? (Tipp: Szenario 1 gewinnt – Zeit ist der stärkste Hebel.)